{"id":86,"date":"2015-06-12T07:23:36","date_gmt":"2015-06-12T05:23:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luetzen-tagebau.de\/?p=86"},"modified":"2015-10-04T22:27:39","modified_gmt":"2015-10-04T20:27:39","slug":"artikel-im-amtsblatt-der-stadt-luetzen-vom-12-juni-2015","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.luetzen-tagebau.de\/?p=86","title":{"rendered":"Artikel im Amtsblatt der Stadt L\u00fctzen vom 12. Juni 2015"},"content":{"rendered":"<p>Liebe B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von L\u00fctzen,<\/p>\n<p>im Zuge der aktuellen Kohleproblematik wurde folgender Brief an die Bundeskanzlerin<br \/>\nFrau Dr. Angela Merkel aufgesetzt, den Politiker und B\u00fcrger aus den betroffenen Regionen Mitteldeutschland, der Lausitz und Nordrheinwestfalen unterzeichnet haben.<br \/>\nAus unserer Region unterschrieben die betroffenen Ortschaftsb\u00fcrgermeister, Ortschaftsr\u00e4te, Stadtr\u00e4te, Kreistagsabgeordnete, Mitglieder der BI und der Pfarrer der Stadt L\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>&#8220; Offener Brief zum \u201cNationalen Klimaschutzbeitrag der deutschen Stromerzeugung\u201d im Namen der Betroffenen aus den Braunkohletagebau- und Kraftwerks-Regionen<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\nBundeskanzlerin<br \/>\nDr. Angela Merkel<br \/>\nBundeskanzleramt<br \/>\nWilly-Brandt-Stra\u00dfe 1<br \/>\n10557 Berlin<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,<br \/>\nwir schreiben Ihnen, um Ihnen unsere Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Energiewende und das Anliegen der Bundesregierung auszusprechen, die deutschen Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent gegen\u00fcber 1990 zu senken und daf\u00fcr die ungez\u00fcgelte Braunkohleverstromung mit einem Klimaschutzbeitrag von 22 Megatonnen CO2 zu drosseln.<br \/>\nAls Bewohner und Anlieger der Braunkohlereviere im Rheinland, der Lausitz und in Mitteldeutschland sind wir seit Jahrzehnten vom Abbau und der Verstromung der Braunkohle unmittelbar betroffen. Braunkohle ist f\u00fcr uns nicht nur mit erheblichen Sch\u00e4den f\u00fcr Natur und Klima verbunden, ihre F\u00f6rderung  hat auch soziale und wirtschaftliche Dimensionen. Der Abbau zerst\u00f6rt unsere D\u00f6rfer, Kulturg\u00fcter, Ackerfl\u00e4chen, Infrastruktur und Traditionen. Er zerr\u00fcttet Dorfgemeinschaften und bedroht Selbst\u00e4ndige, Unternehmen und Landwirte, die mit dem Tagebau ihre Kunden, Ackerfl\u00e4chen oder gar ihre Existenz verlieren. Selbst \u00fcber die Tagebaukante hinaus beeintr\u00e4chtigt der Abbau die Lebensqualit\u00e4t der Menschen, etwa durch die weitr\u00e4umige Absenkung und Verschmutzung des Grundwassers, Bergsch\u00e4den, gesundheitsgef\u00e4hrdenden Staub und L\u00e4rm. Mit dem fortschreitenden Tagebau verlieren wir unsere Heimat und Lebensgrundlagen.<br \/>\nIm Widerspruch zu den Klimazielen der Bundes- und Landesregierungen werden in Deutschland neue Tagebaue geplant, mit denen Braunkohle noch weit \u00fcber 2050 hinaus abgebaut werden k\u00f6nnte. Im Zeitalter von Energiewende und Erneuerbaren Energien sollen weitere zehntausend Menschen aus mehr als 30 Ortschaften ihre Heimat f\u00fcr die Braunkohle verlieren. Das bedroht nicht nur die deutschen Klimaziele, sondern auch die Regionen, in denen den Menschen vorget\u00e4uscht wird, dass Braunkohle noch bis \u00fcber die Mitte des Jahrhunderts gebraucht w\u00fcrde.<br \/>\nDies geht an den Zeichen der Zeit vorbei. Denn das Ende der Braunkohle ist absehbar und notwendig. Damit der Braunkohleausstieg in den Regionen nicht zu unn\u00f6tigen H\u00e4rten f\u00fchrt, ist es umso wichtiger, dass der Strukturwandel fr\u00fchzeitig vorbereitet und schrittweise eingeleitet wird. Der von der Bundesregierung vorgeschlagene Klimaschutzbeitrag ist ein wichtiger, erster Schritt in diese Richtung und sollte nicht abgeschw\u00e4cht werden.<br \/>\nDie Braunkohleindustrie warnt vor Strukturbr\u00fcchen, wenn der Klimaschutzbeitrag kommt. Die Wahrheit ist: Wer die allm\u00e4hliche Drosselung der \u00e4ltesten Kohlekraftwerke heute verhindert, nimmt in Kauf, dass der Kohleausstieg die Regionen und Arbeitnehmer zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt umso abrupter und schmerzhafter trifft. Richtig ist auch, dass die von uns vertretenen Menschen bis heute mit Strukturbr\u00fcchen k\u00e4mpfen m\u00fcssen, wenn \u00fcber Jahrhunderte gewachsene D\u00f6rfer und St\u00e4dte, Nachbarschaften und Gemeinschaften der Braunkohle weichen. Beide &#8211; Arbeitnehmer wie vom Braunkohletagebau betroffene Menschen und Kommunen &#8211; brauchen Klarheit und Planungssicherheit, auf deren Grundlage neue Perspektiven geschaffen werden.<\/p>\n<p>Frau Bundeskanzlerin, Sie haben bereits im Jahr 2007 deutlich gemacht, dass es kein \u201cWeiter so\u201d geben kann und eine Energiewende mit ambitionierten Klimazielen durchgesetzt. Nun gilt es die ungebremste Verstromung der Braunkohle mit dem Klimaschutzbeitrag erstmals zu drosseln. Deutschland braucht einen klaren Fahrplan f\u00fcr ein geordnetes und sozialvertr\u00e4gliches Auslaufen der Braunkohle. Wir bitten Sie, sich mit Nachdruck f\u00fcr den urspr\u00fcnglichen Entwurf zum nationalen Klimaschutzbeitrag der deutschen Stromerzeugung in vollem Umfang einzusetzen. &#8220;<\/p>\n<p>Zur n\u00e4chsten Versammlung der B\u00fcrgerinitiative &#8222;Zukunft statt Braunkohle- Region L\u00fctzen&#8220; am 25. Juni 19.00 Uhr sind Interessierte in das Pfarrhaus R\u00f6cken herzlich eingeladen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stadt-luetzen.de\/media\/dokumente\/amtsblatt_2015\/nr._6_amtsblatt_juni_2015.pdf\" target=\"_blank\">Amtsblatt der Stadt L\u00fctzen (PDF)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von L\u00fctzen, im Zuge der aktuellen Kohleproblematik wurde folgender Brief an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel aufgesetzt, den Politiker und B\u00fcrger aus den betroffenen Regionen Mitteldeutschland, der Lausitz und Nordrheinwestfalen unterzeichnet haben. 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