{"id":90,"date":"2015-05-10T18:39:48","date_gmt":"2015-05-10T16:39:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luetzen-tagebau.de\/?p=90"},"modified":"2015-10-04T22:46:50","modified_gmt":"2015-10-04T20:46:50","slug":"schwarzes-gold","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.luetzen-tagebau.de\/?p=90","title":{"rendered":"Schwarzes Gold"},"content":{"rendered":"<p>Jeder in unserer Region wei\u00df, was damit gemeint ist \u2013 die Kohle. Auch wenn sie in Mitteldeutschland eher braun ist. Aber was auch immer nun ihre wahre Farbe ist \u2013 f\u00fcr manche ist sie eindeutig golden. Denn mit ihr l\u00e4sst sich eine Menge Geld verdienen. <\/p>\n<p>Laut Aussagen der Kohlelobby ist die Verstromung von Braunkohle die einzig wirtschaftliche und sichere Methode, unsere Haushalte verl\u00e4sslich mit Strom zu versorgen. Auf den ersten Blick mag das wirklich so erscheinen. Doch schaut man etwas genauer hin, entdeckt man die versteckten Subventionen, die es erm\u00f6glichen, dass die Kohleverstromung sich noch einigerma\u00dfen rechnet. Da w\u00e4re zum Beispiel der Verzicht auf eine F\u00f6rderabgabe, auf die Wasserentnahmegeb\u00fchr und auf eine Erh\u00f6hung der Preise f\u00fcr CO2-Zertifikate, die einmal dazu gedacht waren, die Menge an CO2 in der Atmosph\u00e4re zu reduzieren. Da wird auf Geld verzichtet,  dass wir zum Beispiel im Bildungssektor  gut gebrauchen k\u00f6nnten. Aber dies ist noch nicht alles. Hat man schon einmal davon geh\u00f6rt, dass es R\u00fccklagen f\u00fcr Folgesch\u00e4den der massiven Verschmutzung unserer Atemluft mit Stickoxiden und Quecksilber gibt? Oder f\u00fcr die Folgen der CO2-bedingten Erderw\u00e4rmung? Eher nicht.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDamit ist die Kohle f\u00fcr viele andere indirekt oder direkt betroffene alles andere als golden. Da w\u00e4ren zum Beispiel die vielen Menschen, die ihre Heimat f\u00fcr den Tagebau verlassen mussten. Oder die Anwohner der gro\u00dfen Kraftwerke, die alle Abgase aus erster Hand abbekommen, ihre W\u00e4sche nicht mehr im Freien trocknen k\u00f6nnen und viel seltener die Sonne sehe, da die Dampfwolken alles dicht machen. Oder diejenigen, die am Rand eines Tagebaus leben m\u00fcssen \u2013 mit L\u00e4rm und Schmutz und ohne Entsch\u00e4digung. Ihre Grundst\u00fccke sind keinen Pfifferling mehr wert. Eventuell sp\u00e4ter, wenn das Restloch geflutet wird und ein neuer Badesee entsteht. Vielleicht steigt das Grundwasser nach jahrzehntelangem niedrigen Stand aber auch soweit an, dass das Haus sogar im Wasser steht und nicht nur am Ufer?<\/p>\n<p>Doch wollen wir nicht alles schwarzmalen. So ein Badesee mit Yachthafen und Kanupark hat doch auch etwas Gutes. Und auch der Naturschutz kommt nicht zu kurz. Auf ehemaligen wertvollen Ackerb\u00f6den, um die uns der Norden und S\u00fcden beneiden, wachsen nun seltene Orchideen. Aber sie wachsen nicht \u00fcberall und vorher gab es in und um den D\u00f6rfern vielf\u00e4ltige Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Tiere und Pflanzen. Und wenn heute darauf geachtet wird, dass Windr\u00e4der weit genug entfernt von Milanhorsten und Fledermauszugruten errichtet werden, so habe ich noch nie geh\u00f6rt, dass ein Tagebau nicht genehmigt wird, weil dort ganze Lebensr\u00e4ume dieser Tiere f\u00fcr Jahrzehnte vernichtet werden.<\/p>\n<p>Doch solange man mit Kohle Kohle machen kann, wird sich daran nichts \u00e4ndern. Da macht man auch nicht Halt vor historisch wertvollen Geb\u00e4uden. Nachdem wir den Umzug der Hoyersdorfer Kirche \u00f6ffentlichkeitswirksam im Fernsehen bestaunen durften, sch\u00f6pfte man in R\u00f6cken ein klein wenig Hoffnung: sollte ein Tagebau in L\u00fctzen \u2013 seit Jahren von der Mitteldeutschen Braunkohlen GmbH (MIBRAG) geplant \u2013 realisiert werden, k\u00f6nnte man zumindest die Taufkirche und das Geburtshaus von Friedrich Nietzsche in Sicherheit bringen. Der Kommentar der MIBRAG: \u201eWir sind kein Kirchenumzugsunternehmen!\u201c Das ist eindeutig. W\u00fcrde der Tagebau also kommen, w\u00e4re R\u00f6cken samt Nietzschegedenkst\u00e4tte \u2013 die international bekannt und gut besucht ist \u2013 mit der Taufkirche, dem Geburtshaus und der Grabst\u00e4tte des Philosophen und 7 weiteren Ortschaften f\u00fcr immer von der Erdoberfl\u00e4che verschwunden. <\/p>\n<p>Und f\u00fcr die Region sieht es schon jetzt nicht mehr goldig aus: Schulen werden geschlossen, die Jungen ziehen fort \u2013 und das alles, obwohl die Kohle doch so viele Arbeitspl\u00e4tze schafft und die Wirtschaft in der Region st\u00e4rkt! Man versteht es nicht.<\/p>\n<p>Vielleicht kommt es ja auch daher, das bestimmte Versprechen nicht eingehalten werden und man sich nicht mehr auf alle unsere gew\u00e4hlten Vertreter in der Politik verlassen kann. So sollte immer darauf geachtet werden, dass die Wertsch\u00f6pfung in der Region bleibt. Wie passen da die Kohletransporte nach Tschechien ins Konzept? Dass unsere Heimat in tschechischen Kraftwerken verheizt wird klingt nicht sehr regional. Aber damit soll Anfang 2016 Schluss sein. Wir glauben es mal.<\/p>\n<p>Trotz allem legen wir nicht die H\u00e4nde in den Scho\u00df. Seit 2006 k\u00e4mpft die B\u00fcrgerinitiative \u201eZukunft statt Braunkohle \u2013 Region L\u00fctzen\u201c zusammen mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der Region L\u00fctzen f\u00fcr den Erhalt ihrer Heimat. Mit der Unterst\u00fctzung kleinerer und gr\u00f6\u00dferer Umweltverb\u00e4nde und auch einigen Vertretern aus der Politik wollen wir daf\u00fcr sorgen, dass unsere Heimat f\u00fcr unsere Kinder und Enkelkinder erhalten bleibt. <\/p>\n<p>M\u00f6chten Sie uns unterst\u00fctzen oder sich mit uns austauschen, k\u00f6nnen Sie sich gerne an uns wenden. Unter tagebau-luetzen@posteo.de sind wir rund um die Uhr zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder in unserer Region wei\u00df, was damit gemeint ist \u2013 die Kohle. 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