Artikel im Amtsblatt der Stadt Lützen vom 02. Juni 2017

Liebe Einwohner der Stadt Lützen,

am Samstag, den 29.April 2017 fand die 5. Radtour der BI „Zukunft statt Braunkohle- Region Lützen“ statt. Pünktlich 12.30 Uhr trafen ca. 50 Teilnehmer aus Leipzig – die bereits 10.30Uhr in Leipzig am alten Rathaus gestartet waren – auf dem Lützener Marktplatz ein. Nach der Begrüßung und einem kleinen Imbiss wurden die Teilnehmer von der Initiative Leipzig „Kohle frei“ informiert, dass es den Abbau von Braunkohle und deren Verstromung in Mitteldeutschland zukünftig nicht mehr braucht. Unter dem Motto „Kein Tagebau Lützen und keine Deponie Profen Nord“ startete 13.00 Uhr die Radtour. Über Michlitz, Bothfeld, Röcken, Gostau, Starsiedel und Großgörschen ging es zum alten Flugplatz nahe Werben. Die MZ sprach von 100 Teilnehmern, die sich per Rad aus Lützen begeben hatten. Während einer Pause am Scharnhorstdenkmal in Großgörschen wurden wir von der Gruppe (Le) Klima Leipzig mit einem Umweltquiz überrascht, – das war eine tolle Idee. Am Ziel angekommen, warteten schon die 150 Teilnehmer aus Pegau, die 14.00Uhr dort am Markt gestartet waren. Insgesamt waren laut Medien 300 Menschen bei dieser Kundgebung. Dort ergriffen verschiedene Teilnehmer der Protestveranstaltung das Wort, der Bürgermeister Herr Rösel aus Pegau, Vertreter vom BUND Sachsen und Sachsen – Anhalt, sowie Landtagsabgeordnete aus diesen beiden Bundesländern, der Sprecher von Pro Pödelwitz, eine Leipziger Ärztin und der Pfarrer der betroffenen Orte. Bei den verschiedenen Reden ging es um den Erhalt der Region, der Dörfer und der fruchtbaren Ackerflächen. Weiterhin wurden der CO-2 Ausstoß und die enorme Feinstaubbelastung in den Regionen Leipzig und Halle durch Kohlekraftwerke angesprochen. Die Ärztin berichtete über riesige Gesundheitsgefährdungen durch Feinstaub, insbesondere die darin enthaltenen Schwermetalle wie Quecksilber. Laut verschiedenen Gesundheitsorganisationen sind die deutschen Kohlekraftwerke lt. MZ am 5.7.2016 für ca. 4400 Todesfälle verantwortlich. Dazwischen gedachten wir mit Kerzen der 26 200 Menschen in Sachsen- Anhalt, die hier ihre Heimat verloren, der vielen Ortschaften und der Natur, welche durch den Braunkohlenabbau vernichtete wurde. Anschließend stellten wir die Kerzen auf ein gelbes Andreaskreuz. Das gelbe Kreuz ist ein Symbol des zivilen Widerstandes. Am Ende der Veranstaltung durften die kleinen Teilnehmer eine Pina`ta zerschlagen.
An der Radtour nahmen neben den Leipzigern, Lütznern und Pegauern auch Leute aus Berlin, Hamburg, Dresden, Magdeburg, Halle, Dessau, Merseburg, Zeitz, Hohenmölsen und aus der Lausitz teil. Selbst aus Tschechien und Bulgarien waren Teilnehmer vor Ort. 450 € aus Spenden für den Kuchen konnten für die Klage gegen die Deponie gesammelt werden. Weiterhin wurde eine Petition an die Landtage Sachsen und Sachsen- Anhalt gestartet, die im Internet unter den Link
weact.campact.de/keine-neue-giftmulldeponie unterzeichnet werden kann. Bitte geben Sie diese Internetadresse auch weiter, um noch mehr Menschen zu erreichen, die die Giftmüll-Deponie ablehnen. Außer der Petition kamen viele Unterschriftslisten zusammen, die dem Landrat des BLK und dem Stadtrat Lützen übermittelt werden. Im MDR, in der MZ und in der LVZ wurde ausgiebig über diese Aktion berichtet. Im Nachhinein sprachen alle Beteiligten von einer großartigen Sache im Kampf für den Erhalt unserer Region. Vielen Dank an alle Beteiligten, besonderen Dank den guten Seelen, die uns mit selbstgebackenen Kuchen unterstützten. PS 19km entfernt von der geplanten Deponie Profen Nord befindet sich am Störmthaler See die Deponie Cröbern. Die Deponie ist überdimensioniert und könnte die geplanten Abfallstoffe locker aufnehmen.

Holger Zenker im Namen der Bürgerinitiative „Zukunft statt Braunkohle- Region Lützen“

Amtsblatt der Stadt Lützen (PDF)

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